GAU in Darmstadt: Wenn das E-Mail-System aus dem letzten Jahrzehnt stammt

Veröffentlicht von maikom am

Dieser Artikel wurde bereits 69x gelesen...

Zwei Tage lang ging bei vielen Ämtern in Darmstadt Ende Juni 2026 gar nichts mehr: Ein massiver Ausfall legte den E-Mail-Verkehr lahm. Der Grund ist ein altbekanntes Problem, das viele Kommunen vor sich hertragen – eine völlig veraltete IT-Infrastruktur. Jetzt greift der Oberbürgermeister durch.

Das Problem ist dabei ein altbekanntes – als EMailsystem wird das mittlerweile veralterte Groupwise benutzt. Während dieses System in der freien Wirtschaft und anderen Kommunen seit über zehn Jahren praktisch nicht mehr genutzt wird und als veraltet gilt, hielt Darmstadt daran fest.

Besonders brisant: OB Benz betont, dass er seit seinem Amtsantritt im Juni 2023 unermüdlich auf die marode IT-Infrastruktur hingewiesen habe – passiert sei jedoch bis heute „wenig bis nichts“

Die Konsequenz: Das E-Mail-System sowie das stockende Migrationsprojekt „Einführung Microsoft 365“ wurden nun direkt dem Dezernat des Oberbürgermeisters unterstellt. Eine neu gegründete Taskforce soll die überfällige Ablösung von GroupWise beschleunigen. Das Ziel ist es, die Verantwortung für die Microsoft-365-Einführung an einen stadtnahen Dienstleister zu übertragen.

Der Fall Darmstadt zeigt, woran es in vielen deutschen Rathäusern krankt: Es fehlt oft nicht am Wissen über die Probleme, sondern an der konsequenten Umsetzung der Modernisierung. Wenn veraltete Systeme erst dann abgelöst werden, wenn sie komplett ausfallen, ist der Schaden für das Vertrauen der Bürger in die Verwaltung bereits entstanden.

Wie digital läuft es in Ihrer Stadt? Haben Sie auch schon einmal erlebt, dass Behörden wegen IT-Problemen tagelang nicht erreichbar waren? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen in die Kommentare!

Kategorien: Allgemein

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert