Effizienzschub im Bauamt: Wie KI das Genehmigungsverfahren in Thüringen beschleunigt

Veröffentlicht von maikom am

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Dicke Aktenordner, wochenlange Wartezeiten und per Post eingereichte Pläne – die Realität in deutschen Bauämtern bremst viele Bauvorhaben aus. Doch in Thüringen läuft seit Herbst 2025 ein vielversprechendes Pilotprojekt: Die Landkreise Greiz und Saalfeld-Rudolstadt testen den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) bei der Prüfung von Bauanträgen.

Das Ziel des Projekts „Automatisierte Entscheidungsunterstützung in kommunalen Baugenehmigungsverfahren“ ist klar: Sachbearbeiter von Routineaufgaben entlasten und Verfahren für Bürger spürbar beschleunigen.

Damit die KI unterstützen kann, müssen die oft 10 bis 100 Seiten starken Anträge digital als PDF vorliegen. Ist das der Fall, durchläuft das Dokument ein dreistufiges Verfahren, das Schritt für Schritt erprobt wird:

Das automatische Sortieren

Früher mussten Mitarbeiter Pläne, Statistikbögen und Anträge händisch trennen und abheften. Heute übernimmt das KI-Tool diese Aufgabe in Sekundenschnelle, spaltet das Gesamt-PDF auf und sortiert die Dokumente sinnvoll vor.

Der Vollständigkeits-Check

In dieser Phase prüft die KI, ob Pflichtangaben wie Name, Adresse oder Flurstück vorhanden und konsistent sind. Zudem ermittelt sie die korrekte Verfahrensart (z. B. vereinfachtes Verfahren).

Die rechtliche Zulässigkeit (Die größte Hürde)

Langfristig soll die KI prüfen, ob an einem bestimmten Ort überhaupt gebaut werden darf (Innen-, Außen- oder geplanter Bereich). Hier stößt das System aktuell jedoch an Grenzen, da ein einheitlicher, thüringenweiter Datensatz fehlt. Während der Testphase behilft sich der Landkreis Greiz mit einem eigenen Geoinformationssystem, das Daten allerdings noch nicht in Echtzeit liefert.

Die Vorteile auf einen Blick

  • Entlastung beim Fachkräftemangel: Routineaufgaben werden automatisiert, sodass Kapazitäten für komplexe Prüfungen frei werden.

  • Schnellere Bescheide: Für Bürgerinnen und Bürger verkürzt sich die Wartezeit auf die Baugenehmigung.

  • Zukunftssichere Verwaltung: Die Digitalisierung wird aktiv vorangetrieben, statt nur darüber zu sprechen.

Das Pilotprojekt, das in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur (TMDI) und der Rulemapping Group durchgeführt wird, läuft offiziell bis Juli 2026. Aufgrund des großen Potenzials wird auf eine Verlängerung gehofft, um das System bis zur Praxisreife weiterzuentwickeln.

Wann die KI fest in den Live-Betrieb geht, hängt auch von der technischen Infrastruktur ab: Die Anbindung an die offizielle digitale Plattform (OZG-EfA-Lösung) für Bauanträge ist in Thüringen bis 2027 geplant.

Kategorien: KI

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