IT-Stillstand bei der Berliner Justiz

Veröffentlicht von maikom am

Dieser Artikel wurde bereits 77x gelesen...

Am 13. Juli 2026 erlebte die Berliner Justiz einen historischen IT-Totalausfall. Ein banaler technischer Fehler mit verheerenden Folgen zeigt schmerzhaft, wie verwundbar unser digitalisierter Rechtsstaat ist.

In Zeiten von Cyber-Bedrohungen denkt man bei einem solchen Vorfall sofort an einen großangelegten Hackerangriff. Doch die Wahrheit ist weitaus banaler – und damit fast noch erschreckender.

Der Totalausfall geht auf ein Lizenzproblem bei einer Einwahl-Software zurück. Diese Software wird zwingend benötigt, damit sich die Rechner der Beschäftigten sicher in die Server einwählen können. Da die Lizenzen blockierten oder nicht korrekt erkannt wurden, blieb das Tor zu den digitalen Akten und Systemen verschlossen. Wegen der massiven Probleme wurden alle Beschäftigten am Mittag nach Hause geschickt, wie ein Sprecher des Kammergerichts sagte.

Erst kurz zuvor hatte es einen Serverumzug gegeben. Bereits in der Vorwoche kam es fast täglich zu Störungen, bis das System am Freitagvormittag schon einmal kurzzeitig kollabierte.

Der Vorfall in Berlin legt den Finger in eine tiefe Wunde der modernen Verwaltung: die mangelnde Resilienz digitaler Systeme.

Die fortschreitende Digitalisierung – insbesondere die Einführung der elektronischen Gerichtsakte (E-Akte) – bringt enorme Effizienzgewinne. Sie darf jedoch nicht dazu führen, dass der Staat bei einem Software- oder Serverproblem komplett handlungsunfähig wird.

Kategorien: Allgemein

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert