Schweizer Bundesverwaltung testet OpenDesk

Veröffentlicht von maikom am

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Die Abhängigkeit von großen Tech-Konzernen wie Microsoft beschäftigt Verwaltungen in ganz Europa schon lange. Jetzt setzt die Schweizer Bundesverwaltung ein klares Zeichen: Nach einer erfolgreichen Machbarkeitsstudie startet die Bundeskanzlei ein eigenständiges Programm für souveräne Bürosoftware. Bis Ende 2027 sollen rund 3.000 Bundesangestellte auf eine quelloffene Office-Alternative umgestellt werden.

Den Grundstein für diesen Schritt legte die Studie PoC BOSS (Proof of Concept für eine Büroautomation mit Open-Source-Software). In einem Testlauf arbeiteten 172 Mitarbeitende aus verschiedenen Departementen mit der Open-Source-Plattform Opendesk, die vom deutschen Zentrum für Digitale Souveränität (Zendis) entwickelt wurde.

Das Ergebnis der Studie fiel positiv aus: Eine quelloffene Lösung kann den Arbeitsplatz der Bundesverwaltung grundsätzlich tragen. Vor allem in Krisenfällen soll das System sicherstellen, dass kritische Geschäftsprozesse unabhängig von Cloud-Diensten wie Microsoft 365 weiterlaufen.

Die neue Umgebung deckt alle essenziellen Büroanwendungen ab und setzt dabei auf etablierte Open-Source-Tools[cite: 3, 4]:

  • E-Mail & Kalender: Open-Xchange
  • Dateispeicherung & Zusammenarbeit: Nextcloud
  • Videokonferenzen: Jitsi
  • Instant Messaging: Element

Das Ziel ist es, diese Plattform parallel und vollständig autonom zu Microsoft 365 zu betreiben. Zuerst werden Mitarbeitende der Bundeskanzlei und verschiedener Departemente ausgerüstet, die an besonders sensiblen Prozessen beteiligt sind.

Für die erste Phase veranschlagt der Bund ein Budget von rund 9 Millionen Franken, die aus bereits bewilligten Parlamentsmitteln für digitale Souveränität stammen.

Doch der Weg zum vollständig unabhängigen Amtssitz ist komplex. Die Bundeskanzlei verweist auf noch bestehende Herausforderungen:

  • Skalierbarkeit: Bei sehr großen Videokonferenzen gibt es derzeit noch technische Grenzen.
  • Anpassung & Sicherheit: Umfangreiche Prüfungen und der Aufbau von neuem Know-how in den IT-Teams sind nötig.
  • Fachanwendungen: Die größte Hürde bleibt die enge Verzahnung vieler bestehender Verwaltungs-Softwarelösungen mit der Microsoft-Architektur[cite: 1].
Ob Microsoft 365 je komplett aus der Bundesverwaltung verschwinden wird, steht noch in den Sternen. Mit diesem Testlauf zeigt der Schweizer Bund jedoch deutlich, dass digitale Souveränität kein bloßes Schlagwort mehr ist, sondern schrittweise Realität wird.

Kategorien: OpenSource

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