Windows LAPS lokale Admin-Passwörter sicher machen

Veröffentlicht von maikom am

Dieser Artikel wurde bereits 227x gelesen...

Auf Hunderten Workstations und Servern existiert dasselbe lokale Administrator-Passwort. Ein paradiesisches Szenario für Angreifer, um sich seitlich im Netzwerk auszubreiten. Die Abhilfe heißt Windows LAPS (Local Administrator Password Solution) – ein kostenloses Microsoft-Bordmittel, das in keiner modernen IT-Infrastruktur fehlen darf.

Bei der Bereitstellung von Windows-Clients oder Servern wird häufig im Rahmen des Staging-Prozesses ein lokales Administrator-Konto angelegt. Aus Praktikabilitätsgründen vergeben IT-Abteilungen dabei oft ein einheitliches Passwort für die gesamte Flotte.

Gelingt es einem Angreifer (oder einer Ransomware) beispielsweise über ein Phishing-Mail, die lokalen Admin-Zugangsdaten eines einzigen PCs auszulesen (z. B. via Pass-the-Hash-Angriffen oder aus dem Arbeitsspeicher), steht dem ungehinderten Zugriff auf alle anderen Geräte im Netzwerk nichts mehr im Wege.
Die Local Administrator Password Solution (LAPS) löst dieses Sicherheitsproblem vollständig automatisiert. Sie sorgt dafür, dass:

  • jedes Gerät im Netzwerk ein einzigartiges, hochkomplexes Kennwort für das lokale Administratorkonto erhält,
  • dieses Kennwort in regelmäßigen Abständen automatisch rotiert wird (z. B. alle 30 Tage),
  • das aktuell gültige Kennwort sicher und zentral im Active Directory (AD) oder in Microsoft Entra ID (ehemals Azure AD) gespeichert wird,
  • nur berechtigte Helpdesk-Mitarbeiter oder Systemadministratoren Zugriff auf das Passwort eines spezifischen Clients haben.
Windows LAPS ist seit 2023 nativ im Betriebssystem integriert. Der Einsatz von LAPS ist einer der effektivsten Hebel im Rahmen einer Zero Trust-Strategie und unterstützt Unternehmen maßgeblich bei der Einhaltung von Compliance-Vorgaben (z. B. ISO 27001, NIS-2 oder BSI IT-Grundschutz).gültig wird.
Da Windows LAPS bereits im System vorhanden ist, lässt sich die Lösung ohne zusätzliche Lizenzkosten schnell ausrollen:

  • Schema erweitern (nur On-Premises AD): Wenn Sie LAPS mit einem lokalen Active Directory nutzen, muss das AD-Schema für die verschlüsselte Speicherung einmalig aktualisiert werden (per PowerShell-Cmdlet Update-LapsADSchema).
  • Ziel-Konten definieren: Legen Sie fest, ob das integrierte Administrator-Konto (RID 500) oder ein separat angelegtes lokales Notfall-Konto von LAPS verwaltet werden soll.
  • Richtlinien konfigurieren: Definieren Sie per Gruppenrichtlinie (GPO) oder Intune-Policy die Kennwortkomplexität (z. B. 16+ Zeichen), die Gültigkeitsdauer (z. B. 30 Tage) und die Verschlüsselungsoptionen.
  • Berechtigungen vergeben: Entziehen Sie Standard-Benutzern die Leserechte auf die LAPS-Attribute und weisen Sie die Lese-Berechtigungen ausschließlich dedizierten Helpdesk-Gruppen zu.


0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert