Hackerangriff auf die TU München: Zugangsdaten erbeutet, TUMonline abgeschaltet
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Ein Angriff auf das zentrale Zugangsportal der Technischen Universität München (TUM) hat Zugangsdaten von Studierenden und Beschäftigten offengelegt. Die Universität nahm daraufhin ihr Campus-Management-System TUMonline vorübergehend vom Netz und sperrte betroffene Konten. Der Vorfall zeigt, wie eng Identitätsverwaltung und zentrale Verwaltungsdienste an Hochschulen miteinander verbunden sind.
Angriff über das Portal myTUM
Nach Angaben der TUM, über die die tz am 7. November 2026 berichtete, verschafften sich Unbekannte am 6. November über das Portal myTUM Zugang. Dort erbeuteten sie Passwörter für zentrale TUM-Dienste, darunter die Anmeldesysteme login.tum.de und TUMonline. Betroffen sind demnach Personen, die sich über das Portal angemeldet hatten. Unter den kompromittierten Zugangsdaten befand sich auch das Konto eines Systemverwalters für TUMonline.
Mit dessen Administratorrechten griffen die Täter laut Bericht das zentrale System an. Die Hochschule deaktivierte TUMonline und sperrte betroffene Benutzerkonten. Nach der bisherigen Einschätzung der Universität verhinderte das eine weitere Ausbreitung des Angriffs. Das System wurde zunächst vollständig vom Netz genommen; wie lange die Einschränkungen andauern, war zum Zeitpunkt des Berichts offen.
Welche Informationen betroffen sein könnten
Die Angreifer konnten möglicherweise auf Kontopasswörter, Namen, private Anschriften und Geburtsdaten zugreifen. Bei Beschäftigten könnten außerdem dienstliche Anschrift und Telefonnummer betroffen sein. Bei Studierenden gehören möglicherweise Matrikelnummer, Studiengang und Fachsemester zu den erbeuteten Angaben.
Nach einer ersten Auswertung der Protokolle geht die TUM laut dem Bericht nicht davon aus, dass weitere Daten aus TUMonline abgeflossen sind. Als Beispiele nennt die Universität Noten und Informationen zu Studienplatzbewerbungen. Das tatsächliche Ausmaß des Vorfalls war zunächst noch nicht abschließend geklärt; die genannten Angaben beschreiben daher mögliche Zugriffe und den vorläufigen Kenntnisstand.
Passwörter ändern und Phishing im Blick behalten
Die TUM empfahl den Betroffenen, ihr TUM-Passwort umgehend zu ändern und die Mehr-Faktor-Authentifizierung (MFA) einzuschalten. Konten mit bereits aktivierter MFA seien nach Angaben der Hochschule geschützt geblieben. Wer dasselbe oder ein ähnliches Passwort auch bei privaten Diensten verwendet, sollte es dort ebenfalls ändern. Ein kompromittiertes Hochschulpasswort darf nicht weiterverwendet werden.
Zusätzlich warnte die Universität vor möglichen Phishing-Nachrichten. Wenn Kriminelle Namen, Anschriften oder Studieninformationen kennen, können sie Nachrichten persönlicher und glaubwürdiger gestalten. Links und Anhänge in unerwarteten Nachrichten sollten deshalb kritisch geprüft werden. Die TUM meldete den Sicherheitsvorfall dem Bayerischen Landesbeauftragten für den Datenschutz und erstattete Anzeige.
Verwaltungssysteme als kritischer Angriffspunkt
Der Vorfall macht deutlich, dass ein Portal für die Anmeldung nicht nur ein einzelner Webdienst ist: Über zentrale Konten können weitere Anwendungen erreichbar sein. Besonders kritisch wird es, wenn privilegierte Administrationszugänge betroffen sind. Universitäten und andere öffentliche Einrichtungen müssen deshalb den Zugriff auf zentrale Identitäten und Verwaltungsplattformen eng überwachen, privilegierte Konten besonders absichern und Notfallmaßnahmen für eine schnelle Sperrung und Wiederherstellung vorbereiten.
Für die TUM steht zunächst die Aufklärung des Angriffs und eine sichere Wiederinbetriebnahme der betroffenen Dienste im Vordergrund. Die veröffentlichten Angaben sind vorläufig. Eine belastbare Bewertung der Folgen hängt davon ab, welche Zugriffe die weitere forensische Untersuchung nachweisen kann.
Quelle
tz: Schwerer Hackerangriff auf TU München: Daten und Passwörter erbeutet – Portal abgeschaltet
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