AI4Gov 2026 am 10. November in Hamburg
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Wie lässt sich Künstliche Intelligenz sinnvoll, rechtssicher und praktisch in der öffentlichen Verwaltung einsetzen? Genau darum geht es bei der AI4Gov am 10. November 2026 in Hamburg. Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft diskutieren dort über konkrete KI-Anwendungen, den rechtlichen Rahmen und die Frage, wie KI-Projekte von einzelnen Pilotversuchen in den Verwaltungsalltag überführt werden können.
Mit dem zunehmenden Einsatz generativer KI verändert sich auch die Diskussion innerhalb der öffentlichen Verwaltung. Während es vor wenigen Jahren häufig noch um grundsätzliche Einsatzmöglichkeiten ging, stehen inzwischen konkrete Anwendungen, Datenschutz, Informationssicherheit, organisatorische Verantwortlichkeiten und die Umsetzung der europäischen KI-Verordnung im Mittelpunkt.
Die AI4Gov-Tour am 10. November 2026 greift genau diese Themen auf.
Besonders interessant ist das Programm, weil nicht ausschließlich theoretisch über Künstliche Intelligenz gesprochen wird. Mehrere Beiträge beschäftigen sich mit bereits vorhandenen oder konkret geplanten Anwendungen innerhalb der öffentlichen Verwaltung.
Ein Beispiel ist LLMoin aus Hamburg. Die Freie und Hansestadt Hamburg beschäftigt sich bereits intensiv mit dem Einsatz generativer KI und Large Language Models innerhalb der Verwaltung. Zehra Öztürk, stellvertretende CIO und Referatsleiterin IT und Digitalisierung der Hamburger Senatskanzlei, berichtet auf der AI4Gov über die bisherigen Erfahrungen.
Gerade für Kommunen dürften solche Praxisberichte interessant sein. Denn viele Verwaltungen stehen inzwischen weniger vor der Frage, ob generative KI eingesetzt werden kann, sondern vielmehr wie ein kontrollierter und rechtssicherer Einsatz organisiert werden sollte.
Ein weiteres Praxisbeispiel kommt aus Brandenburg.
Dr. Philipp Richter vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Brandenburg stellt den Einsatz von KI im Zusammenhang mit „Aufenthalt Digital“ vor.
Das Beispiel zeigt einen wichtigen Trend: KI soll künftig nicht nur beim Formulieren oder Zusammenfassen von Texten helfen. Interessant wird die Technologie insbesondere dort, wo sie Bestandteil konkreter Verwaltungsprozesse wird und Mitarbeitende bei der Bearbeitung umfangreicher Informationen unterstützen kann.
Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung ist die sogenannte agentische KI.
Während klassische generative KI auf eine Anfrage eine Antwort erzeugt, können KI-Agenten komplexere Aufgaben in mehreren Schritten bearbeiten und dabei – abhängig von den eingeräumten Berechtigungen – unterschiedliche Systeme und Werkzeuge verwenden.
Damit entstehen für Verwaltungen vollkommen neue Möglichkeiten. Denkbar sind beispielsweise Assistenten, die Informationen aus verschiedenen Quellen zusammentragen, Vorgänge vorbereiten, Dokumente analysieren oder standardisierte Arbeitsschritte unterstützen.
Gleichzeitig steigen damit jedoch die Anforderungen an Datenschutz, Berechtigungsmanagement, Protokollierung und menschliche Kontrolle erheblich.
Dr. Nicolai Bieber von PwC beschäftigt sich auf der AI4Gov deshalb mit agentischen KI-Lösungen in der Verwaltung zwischen Strategie und Umsetzung.
Auch das Prozessmanagement dürfte durch KI deutlich verändert werden.
Dr. Lars Algermissen von PICTURE und Peter Oehler von Axonic zeigen anhand von PICTURE und ZENKIT Flow, wie KI bei der Dokumentation und Analyse von Verwaltungsprozessen bis hin zur technischen Ausführung eingesetzt werden kann.
Gerade dieser Bereich ist für Kommunalverwaltungen interessant. Bevor Prozesse digitalisiert oder automatisiert werden können, müssen sie zunächst dokumentiert, analysiert und häufig auch organisatorisch vereinfacht werden.
KI könnte zukünftig einen Teil dieser oftmals sehr aufwendigen Arbeit unterstützen.
Zusätzliche Bedeutung erhält die Diskussion durch die europäische KI-Verordnung (AI Act).
Die Verordnung verfolgt einen risikobasierten Ansatz. Je nachdem, für welchen Zweck ein KI-System eingesetzt wird und welches Risiko damit verbunden ist, gelten unterschiedliche Anforderungen.
Für Verwaltungen bedeutet das: Nicht jede Nutzung eines KI-Assistenten ist automatisch ein Hochrisiko-Anwendungsfall. Werden KI-Systeme jedoch beispielsweise in besonders sensiblen Bereichen oder bei bestimmten Entscheidungen über Personen eingesetzt, können erheblich strengere Anforderungen greifen.
Hinzu kommt die Verpflichtung, bei Beschäftigten, die mit KI-Systemen arbeiten, für eine ausreichende KI-Kompetenz zu sorgen.
Kommunen sollten deshalb nicht erst dann organisatorische Regelungen schaffen, wenn KI bereits flächendeckend eingesetzt wird.
Programm der AI4Gov 2026
Zu den angekündigten Themen gehören unter anderem:
- Künstliche Intelligenz in der Verwaltung: Vision und Erfahrungen mit LLMoin in Hamburg
- KI bei Aufenthaltstitelanträgen: Praxisbeispiel „Aufenthalt Digital“ aus Brandenburg
- Digitale Teilhabe: Umgang mit dem digitalen Wandel in der Verwaltung
- KI im Prozessmanagement: Dokumentation, Analyse und technische Ausführung von Prozessen
- Agentische KI: Von der Strategie zur praktischen Umsetzung
- KI-Transformation: Erfahrungen und Diskussion mit Verwaltung, Wissenschaft und IT-Dienstleistern
- KI-Beauftragte: Aufgaben, Stellung und mögliche Funktion innerhalb einer Behörde
- Nachnutzung von KI: Wie Länder und Kommunen KI-Assistenten gemeinsam und rechtssicher einsetzen können
- Networking und Erfahrungsaustausch
Datum: 10. November 2026
Zeit: 9:00 bis 17:00 Uhr
Ort: view eleven, Neumühlen 11, 22763 Hamburg
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