Beam: Neues offenes US-KI-Modell von Reflection AI

Veröffentlicht von maikom am

Dieser Artikel wurde bereits 169x gelesen...

Der Wettbewerb um leistungsfähige offene KI-Modelle bekommt einen neuen Teilnehmer. Das US-Unternehmen Reflection AI hat mit „Beam“ sein erstes großes Open-Weight-Sprachmodell vorgestellt. Das Modell soll insbesondere für Programmierung, komplexe Schlussfolgerungen und KI-Agenten optimiert sein. Interessant für Behörden und Unternehmen: Reflection will Beam nicht nur über eine Cloud-API anbieten, sondern auch den Betrieb in privaten Clouds, eigenen Rechenzentren und sogar vollständig abgeschotteten Umgebungen ermöglichen.

Beam ist ein sogenanntes Mixture-of-Experts-Modell (MoE).

Das Modell besitzt nach Angaben von Reflection AI insgesamt 501 Milliarden Parameter. Bei einer Verarbeitung werden davon jedoch nur rund 23 Milliarden Parameter gleichzeitig aktiviert.

Diese Architektur soll es ermöglichen, ein sehr großes Modell bereitzustellen, ohne bei jeder Anfrage sämtliche Parameter berechnen zu müssen.

Das kann insbesondere beim produktiven Betrieb großer Sprachmodelle von Bedeutung sein, da dort nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern auch Speicherbedarf, Rechenleistung, Antwortgeschwindigkeit und letztlich die Betriebskosten entscheidend sind.

Beam wurde nach Angaben des Unternehmens mit rund 23,8 Billionen Tokens vortrainiert. Als Trainingsmaterial nennt Reflection eine Kombination aus kuratierten Daten aus dem Web und proprietär lizenzierten Datensätzen.

Dafür wurden nach Angaben des Unternehmens:

  • mehr als 100 Millionen sogenannte Rollouts erzeugt,
  • 10.500 NVIDIA-GB300-GPUs eingesetzt und
  • über einen Zeitraum von vier Wochen trainiert.

Allein diese Größenordnung zeigt, welcher technische und finanzielle Aufwand mittlerweile notwendig ist, um ein Modell an der Spitze der offenen KI-Landschaft zu entwickeln.

Beam wurde insbesondere für drei Bereiche entwickelt:

  • Programmierung und Softwareentwicklung,
  • komplexe Schlussfolgerungen beziehungsweise Reasoning sowie
  • agentische KI-Anwendungen.

Gerade der letzte Punkt dürfte künftig eine große Rolle spielen.

Reflection AI versteht Beam ausdrücklich als westliche beziehungsweise US-amerikanische Alternative zu leistungsfähigen offenen Modellen aus China.

Zu den wichtigsten Konkurrenten gehören derzeit unter anderem Modelle von:

  • Alibaba/Qwen,
  • DeepSeek,
  • Z.ai sowie
  • Moonshot AI/Kimi.

Gerade chinesische Anbieter haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sehr leistungsfähige Modelle nicht zwangsläufig ausschließlich über geschlossene Cloud-Dienste angeboten werden müssen.

Nach eigenen Benchmark-Ergebnissen sieht Reflection AI Beam ungefähr auf dem Leistungsniveau des chinesischen Modells GLM-5.2 von Z.ai.

Bei Programmier- und agentischen Aufgaben soll sich Beam außerdem der Leistungsfähigkeit von Qwen 3.8-Max annähern.

Andere Spitzenmodelle wie Kimi K3 liegen nach den von Reflection selbst veröffentlichten Ergebnissen in einigen Bereichen weiterhin vor Beam.

Reflection beansprucht allerdings einen anderen Vorteil für sich: die Effizienz.

Reflection AI kündigt an, die Modellgewichte von Beam noch im Oktober 2026 unter der Apache License 2.0 zu veröffentlichen.

Zusätzlich sollen bereitgestellt werden:

  • die Modellgewichte,
  • ein technischer Bericht,
  • eine Model Card,
  • Entwicklerwerkzeuge,
  • Werkzeuge für Evaluationen sowie
  • Werkzeuge und Anleitungen zur Anpassung beziehungsweise zum Fine-Tuning.

Damit soll Beam in bestehende Open-Source-KI-Infrastrukturen integriert werden können.

Beam ist zum Zeitpunkt der Vorstellung am 5. Oktober 2026 noch nicht allgemein zum Download verfügbar.

Reflection führt nach eigenen Angaben derzeit abschließende Red-Team-Tests und Evaluationen durch.

Eine ausgewählte Gruppe von Anwendern erhält bereits Early Access.

Die vollständige Veröffentlichung der Gewichte und Entwicklerartefakte ist für später im Oktober angekündigt.

Reflection AI wurde 2024 von ehemaligen Forschern von Google DeepMind gegründet. Zu den Gründern gehören Misha Laskin und Ioannis Antonoglou. Antonoglou war unter anderem an der Entwicklung von AlphaGo beteiligt, während Laskin zuvor ebenfalls bei DeepMind an KI-Systemen arbeitete.

Beam – technische Daten auf einen Blick

  • Entwickler: Reflection AI
  • Modell: Beam
  • Architektur: Mixture of Experts (MoE)
  • Gesamtparameter: 501 Milliarden
  • Aktive Parameter: 23 Milliarden
  • Pretraining: 23,8 Billionen Tokens
  • Schwerpunkte: Coding, Reasoning und KI-Agenten
  • RL-Training: mehr als 100 Millionen Rollouts
  • Trainingsinfrastruktur: 10.500 NVIDIA GB300 GPUs beim beschriebenen High-Compute-RL-Lauf
  • Geplante Lizenz: Apache 2.0
  • Betrieb: API, Private Cloud, On-Premises, Air-Gapped und Edge vorgesehen
  • Status: Early Access; Veröffentlichung der Gewichte für Oktober 2026 angekündigt

Quellen:

  • Reflection AI: „Introducing Beam: Reflection’s 501B open-weight model“, 5. Oktober 2026
  • Golem.de: „Open-Source-LLM: Reflection AI veröffentlicht KI-Modell als Konkurrenz zu China“, 6. Oktober 2026
  • Reuters: „Nvidia-backed Reflection unveils first AI model to take on Chinese open models“, 5. Oktober 2026
  • Reflection AI: Informationen zu Open-Weight-Modellen und selbst betriebenen KI-Infrastrukturen

Reflection AI – Vorstellung von Beam

Reflection AI – Projektseite

Golem.de – Reflection AI veröffentlicht KI-Modell als Konkurrenz zu China

Kategorien: KI

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert