Cyberangriff auf Gemeinde Reichenau: Datenleck offenbar deutlich größer als zunächst bekannt

Veröffentlicht von maikom am

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Ein schwerwiegender Cyberangriff auf die österreichische Marktgemeinde Reichenau an der Rax zeigt erneut, wie verwundbar kommunale IT-Infrastrukturen sind. Während zunächst von rund 360 betroffenen Personen ausgegangen wurde, deuten neue Erkenntnisse auf einen wesentlich umfangreicheren Abfluss personenbezogener Daten hin.

Wie der österreichische STANDARD am 22. Oktober 2026 berichtet, sind inzwischen zahlreiche mutmaßlich aus der Gemeindeverwaltung stammende Dokumente im Internet aufgetaucht. Der tatsächliche Umfang des Datenlecks ist weiterhin unklar.

Der Cyberangriff auf die rund 4.200 Einwohner zählende Gemeinde in Niederösterreich ereignete sich bereits Ende Juli 2026.

Nach Bekanntwerden des Vorfalls reagierte die Verwaltung gemeinsam mit externen IT-Dienstleistern und Sicherheitsexperten. Betroffene Systeme wurden vom Netzwerk getrennt und neu aufgesetzt. Zudem erstattete die Gemeinde Anzeige bei der Polizei und informierte die österreichische Datenschutzbehörde.

Nach Angaben der Gemeinde wurden keine Daten verschlüsselt. Der Verwaltungsbetrieb konnte weitgehend aufrechterhalten werden.

Medienberichten zufolge soll die Ransomware-Gruppe SafePay hinter dem Angriff stehen. Die Täter sollen bereits Anfang September die Veröffentlichung erbeuteter Daten angekündigt und diese Drohung am 10. Oktober umgesetzt haben.

Unter den mutmaßlich veröffentlichten Unterlagen befinden sich besonders sensible Informationen, darunter:

  • Schulzeugnisse und Schülerlisten
  • Lebensläufe und Bewerbungsunterlagen
  • Dokumente aus dem Sozialbereich
  • Medizinische Unterlagen und Arztbriefe
  • Weitere personenbezogene Verwaltungsdokumente

Ob auch Daten aus dem Melderegister abgeflossen sind, war zuletzt umstritten. Eine abschließende Bestätigung liegt bislang nicht vor.

Besonders problematisch ist, dass solche Informationen für Identitätsdiebstahl, gezielte Phishing-Angriffe und andere Betrugsversuche missbraucht werden können.

Nach Angaben des Bürgermeisters Johann Döller ging die Gemeinde zunächst davon aus, dass rund 360 Personen betroffen seien. Diese seien entsprechend informiert worden.

Erst im Oktober wurde deutlich, dass möglicherweise erheblich mehr Bürgerinnen und Bürger betroffen sind. Ein weiteres spezialisiertes IT-Sicherheitsunternehmen wurde beauftragt, den tatsächlichen Umfang des Datenabflusses zu untersuchen.

Die Polizei ermittelt weiterhin. Nach Angaben der Gemeinde wurde kein Lösegeld bezahlt.

Quellen:
DER STANDARD, 22.10.2026 – Cyberangriff auf Reichenau weit umfassender als ursprünglich angenommen
MeinBezirk, 22.10.2026 – Persönliche Daten der Bürger im Darknet aufgetaucht
Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), insbesondere Artikel 33 und 34


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