Niederländisches Finanzamt stoppt Microsoft-365-Migration
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Die niederländische Steuerverwaltung zieht bei Microsoft 365 die Bremse. Statt ihre IT vollständig in die Microsoft-Cloud zu verlagern, setzen die Steuer-, Zoll- und Sozialleistungsbehörden künftig verstärkt auf eigene Rechenzentren und europäische Open-Source-Software.
Wie aus einer Mitteilung des niederländischen Finanzstaatssekretärs Eelco Eerenberg hervorgeht, wird die bisherige Microsoft-365-Migrationsstrategie geändert.
Der neue Fahrplan sieht vor:
- Bis 2027: E-Mail- und Kalenderdienste sollen auf eigenen Servern betrieben werden.
- Bis 2028: Europäische Open-Source-Lösungen für Datenspeicherung und Zusammenarbeit sollen eingeführt werden.
- Microsoft bleibt teilweise: Bestehende Microsoft-Produkte und Lizenzen werden zunächst weiterverwendet.
- Eigene Infrastruktur: Erweiterte Rechenzentrumskapazitäten ermöglichen den Betrieb unabhängig von der Microsoft-Cloud.
Berichten zufolge waren bereits rund 5.000 Beschäftigte auf Microsoft 365 umgestellt worden, bevor die Migration gestoppt wurde.
Hintergrund der Entscheidung sind zunehmende Bedenken hinsichtlich der Abhängigkeit von US-Technologiekonzernen.
Insbesondere die Vertraulichkeit behördlicher Kommunikation, mögliche Zugriffe auf sensible Daten und die langfristige Kontrolle über die eigene IT-Infrastruktur spielen eine wichtige Rolle.
Die Niederlande verfolgen damit einen pragmatischen Ansatz: Microsoft-Software kann weiterhin eingesetzt werden, während die Datenverarbeitung schrittweise unter eigene Kontrolle gebracht wird.
Die Niederlande zeigen, dass eine Abkehr von Microsoft-Cloud-Diensten auch in großen Behörden möglich sein kann. Dabei geht es nicht zwingend um den vollständigen Verzicht auf Microsoft, sondern um mehr Kontrolle über Daten, Infrastruktur und langfristige IT-Entscheidungen.
Für deutsche Kommunen könnte dieser Ansatz ein interessantes Vorbild bei der Entwicklung eigener Strategien zur digitalen Souveränität sein.
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