Softwarehaus Adata vor dem endgültigen Aus: 43 Mitarbeiter gekündigt – Strafanzeige nach Übernahme
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Das traditionsreiche Softwareunternehmen Adata aus Verden steht offenbar vor dem endgültigen Aus. Nach der Insolvenz im Sommer 2026 wurde der operative Geschäftsbetrieb inzwischen eingestellt. Alle 43 verbliebenen Beschäftigten haben ihre Kündigung erhalten und wurden freigestellt.
Besonders brisant: Nach der Übernahme durch die Zvoove-Gruppe im Oktober 2025 stehen inzwischen Vorwürfe erheblicher Rechtsverstöße im Raum. Auch eine Strafanzeige wurde gestellt.
Wie die Kreiszeitung am 23. Oktober 2026 berichtet, sieht der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Hans-Joachim Berner von der Bremer Kanzlei Berner und Köster keine wirtschaftlich tragfähige Möglichkeit, den Geschäftsbetrieb fortzuführen.
Bereits am 31. Juli 2026 hatte Adata einen Insolvenzantrag gestellt. In den darauffolgenden Wochen wurden die wirtschaftliche Situation und mögliche Rettungsoptionen geprüft.
Eine Fortführung erscheint nach den bisherigen Erkenntnissen jedoch nicht realistisch. Stattdessen steht nun die geordnete Abwicklung im Mittelpunkt.
Ein Team aus sieben Personen soll in den kommenden Wochen insbesondere die Betreuung der Kunden und die Übergabe an alternative Anbieter unterstützen.
Die Entwicklung ist besonders überraschend, weil Adata erst im Oktober 2025 von der Zvoove-Gruppe übernommen worden war.
Zvoove ist ein international tätiger Anbieter von Softwarelösungen für die Zeitarbeits-, Sicherheits- und Reinigungsbranche.
Die Übernahme sollte ursprünglich das Produktportfolio erweitern und zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten schaffen. Noch wenige Monate zuvor war Adata in größere Geschäftsräume an der Bremer Straße in Verden gezogen.
Doch die wirtschaftliche Entwicklung nahm eine völlig andere Richtung.
Nach Darstellung der Zvoove-Gruppe sollen mehrere Personen bei Adata bereits Jahre vor der Übernahme erhebliche Rechtsverstöße begangen haben.
Diese könnten nach Angaben des Unternehmens erhebliche wirtschaftliche und rechtliche Risiken sowie mögliche Schadensersatzforderungen Dritter nach sich ziehen.
Zvoove erklärt, dass die mutmaßlichen Vorgänge während der üblichen Unternehmensprüfung vor dem Kauf nicht erkennbar gewesen seien. Bei Kenntnis der Umstände wäre die Übernahme nach Darstellung des Konzerns nicht erfolgt.
Im Zusammenhang mit den Vorwürfen wurde Strafanzeige gestellt. Einzelheiten zu den mutmaßlichen Verstößen sind bislang nicht öffentlich bekannt.
Wichtig: Es handelt sich derzeit um Vorwürfe und Angaben der beteiligten Unternehmen. Eine strafrechtliche Schuld ist damit nicht festgestellt.
Besonders kritisch ist die Situation für Unternehmen und Einrichtungen, die Softwarelösungen von Adata einsetzen und auf deren laufende Betreuung angewiesen sind. Nach Angaben des Insolvenzverwalters wurden bereits Übergangslösungen zu anderen Anbietern geschaffen. Ziel ist es, die Auswirkungen der Betriebseinstellung auf die Kunden möglichst gering zu halten.
Der Zusammenbruch des Verdener Softwarehauses Adata zeigt, wie schnell sich die Situation eines etablierten IT-Unternehmens verändern kann. Nur ein Jahr nach der Übernahme steht das Unternehmen vor der Abwicklung, 43 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz.
Die zusätzlich bekannt gewordenen Vorwürfe möglicher Rechtsverstöße machen den Fall besonders brisant. Die weiteren Ermittlungen bleiben abzuwarten.
Quellen:
Kreiszeitung, 23.10.2026 – Softwareunternehmen kollabiert nach Übernahme
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