Sechs Hersteller gründen Joint Venture für openDesk

Veröffentlicht von Judy Meier am

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Sechs Open-Source-Anbieter haben die Open Productivity Software GmbH gegründet, um die Office- und Kollaborationssuite openDesk stärker im Unternehmensumfeld zu etablieren. Neben Unternehmen und Betreibern kritischer Infrastrukturen stehen auch internationale Märkte im Fokus. Für Kommunen ist die Initiative vor allem deshalb relevant, weil sie das Ökosystem rund um eine offene Arbeitsplatzlösung ausbaut und zusätzliche Unterstützung für Einführung und Betrieb schaffen soll.

Hersteller bündeln ihre Kompetenzen

Zu den Gründern zählen Collabora Productivity, Element, Nordeck, Open-Xchange, Univention und XWiki. Sie wollen ihre Zusammenarbeit über einzelne Kundenprojekte hinaus verstetigen. Die neue Gesellschaft soll die Suite vermarkten und ein Partnernetzwerk für Beratung, Migration, Systemintegration und Betrieb aufbauen. Gerald Pfeifer, Geschäftsführer von Open Productivity, begründet den Schritt damit, dass Organisationen für einen digitalen Arbeitsplatz nicht nur einzelne Anwendungen, sondern eine verlässlich betreibbare Gesamtlösung benötigen.

Was openDesk zusammenführt

openDesk kombiniert mehrere Open-Source-Komponenten. Collabora Productivity liefert Online-Office-Funktionen, Element Kommunikation auf Basis von Matrix und Nordeck weitere Kommunikationslösungen. Open-Xchange steuert E-Mail- und Kollaborationsfunktionen bei, Univention Identitäts- und Zugriffsmanagement und XWiki das Wissensmanagement. Hinzu kommen Nextcloud für Dateien und Zusammenarbeit sowie OpenProject für Projektplanung und -management. Die konkrete Zusammenstellung und der Betriebsumfang können je nach Installation variieren.

Unterstützung bei Einführung und Betrieb

Zum Start nennt Open Productivity Adfinis, die msg-Gruppe und Smile als Partner. Sie sollen Beratung, Integration, Migration und Betrieb unterstützen. Das vorgesehene Modell sieht einen zentralen Ansprechpartner pro Kundenprojekt vor, der die Einführung koordiniert und bei Bedarf auch den laufenden Betrieb begleitet. Möglich sein sollen sowohl Installationen in der eigenen Infrastruktur als auch Cloud-Bereitstellungen.

Für Kommunen kann ein solches Modell die praktische Bewertung erleichtern: Neben den Funktionen der einzelnen Anwendungen zählen insbesondere Integrationsaufwand, Zuständigkeiten, Support und ein tragfähiges Betriebsmodell. Welche Leistungen konkret verfügbar sind und wie sie bepreist werden, geht aus dem Bericht nicht hervor und sollte bei einer möglichen Beschaffung direkt mit Anbietern geklärt werden.

Ergänzung zum ZenDiS-Partnerprogramm

Die Gründung knüpft an das im September 2026 gestartete openDesk-Partnerprogramm des Zentrums für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDiS) an. Während das ZenDiS vor allem die öffentliche Verwaltung adressiert, soll Open Productivity Dienstleister und Kunden im Unternehmensumfeld mit technischem Know-how und Projektunterstützung begleiten. Beide Organisationen wollen sich abstimmen. Damit entstehen unterschiedliche, potenziell ergänzende Anlaufstellen für Partner und Anwender.

Einordnung für öffentliche IT

Die Initiative ist zunächst ein organisatorischer Schritt und kein Nachweis dafür, dass openDesk bereits in jeder Umgebung ohne Anpassungen eingesetzt werden kann. Öffentliche Stellen sollten bei einer Prüfung weiterhin Anforderungen an Datenschutz, Informationssicherheit, Barrierefreiheit, Schnittstellen, Datenmigration und langfristige Wartung einzeln bewerten. Ein größeres Partnernetzwerk kann die Umsetzung unterstützen; entscheidend bleibt aber, welche konkret zugesicherten Leistungen, Verantwortlichkeiten und Betriebsoptionen im jeweiligen Projekt angeboten werden.

Fazit

Mit Open Productivity wollen sechs Hersteller die Weiterentwicklung und Einführung von openDesk durch ein dauerhaftes Partner- und Unterstützungsmodell erleichtern. Für Kommunen ist das ein relevantes Signal für den Ausbau des Open-Source-Ökosystems. Ob daraus eine passende Lösung für eine konkrete Verwaltung wird, hängt weiterhin von den örtlichen Anforderungen und den nachweisbaren Leistungen im jeweiligen Angebot ab.


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